Die meisten von uns haben unbekümmert akzeptiert, dass unsere Eigenschaften zur Gänze von unseren Genen festgelegt werden (DNA). Neue, von Minoo Rassoulzadegan (Universität Nizza, Frankreich) vorgelegte Hinweise regen jedoch zu einer Überprüfung der Sachlage an. Ihr Forschungsteam hat gezeigt, dass RNA die übliche Wirkung eines Gens maskieren kann, sodass ein mutierter Phänotyp (gefleckter Schwanz) bei Abwesenheit des mutierten Gens (Kit) geerbt werden kann. Eine männliche Maus mit einem normalen und einem mutierten Kit kann RNA von einem mutierten Gen im Sperma beherbergen, das das normale Kit-Gen aufweist. Deshalb kann der Nachwuchs, auch wenn er über das normale Kit-Gen verfügt und zusätzlich ein normales Kit von seiner Mutter geerbt hat, trotzdem gefleckte Schwänze entwickeln. Das wirft einige interessante Fragen über genetische und epigenetische Vererbung auf.

Originalartikel: Nature