Manche Zellen schaffen es, sich ihre jugendliche Flexibilität zu behalten. Stammzellen stehen im Mittelpunkt genauester Untersuchung durch Wissenschaftler, die hoffen, diese Eigenschaft nützen zu können um geschädigte Gewebe und Organe zu reparieren. Adulte Stammzellen könnten vielleicht dazu angehalten werden eine größere Auswahl an Geweben zu bilden, als sie es normalerweise tun würden, und zwar eher vergleichbar mit einem Arzt, der sich zum Anwalt umschulen lässt, als mit einem Sumoringer, der sich zur Ballerina ausbilden lässt. Oder Wissenschaftler könnten wie dominante Eltern die noch flexibleren embryonalen Stammzellen dazu drängen, zum gewünschten Zelltyp zu werden.

Genau wie sie uns helfen Stammzellentherapien zu entwickeln, kann ein Verständnis dafür, wie diese unbeständigen Zellen ihre Möglichkeiten offen halten, neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Embryos sich entwickeln und auf welche Weise sich Gewebe wie die Haut regenerieren. Es zeigt uns auch, was passiert, wenn diese Dinge schief gehen. Es gibt zum Beispiel zunehmende Hinweise darauf, dass defekte Stammzellen vielen Krebsarten zugrunde liegen. Mehr darüber zu lernen, wie der Spezialisierungsprozess in solchen Zellen fehlschlägt, könnte zu neuen Behandlungsansätzen führen.

Epigenetik ist eine bedeutende Steuerungseinheit der Stammzell-Flexibilität. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass viele solcher Zellen daraufhin ausgelegt sind, eine bestimmte Laufbahn im Leben einzuschlagen, aber von einer Spezialisierung zurückgehalten werden, bis die Zeit reif ist. Dieses Merkmal, genannt Bivalenz, könnte helfen, ein lang bestehendes Geheimnis der Entwicklungsbiologie zu klären: Wie bleiben Stammzellen „stammig“?